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Der Moment, in dem jemand die Haustür öffnet, prägt den ersten Eindruck eines Zuhauses stärker, als man denkt. Geruch, Licht, Proportionen – und dann ein Detail, das selten bewusst wahrgenommen, aber sofort bewertet wird: der Schirmständer. Meist steht er stumm in einer Ecke, gefüllt mit Regenschirmen und Spazierstöcken, vielleicht einer zusammengefallten Einkaufstasche. Doch genau dieses Objekt, das den Übergang zwischen Außen und Innen markiert, trägt still dazu bei, ob ein Raum gepflegt, chaotisch oder stilsicher wirkt.

Ein Schirmständer ist weit mehr als ein praktischer Behälter. Seine Materialität, Form und Platzierung kommunizieren unbewusst etwas über Ordnungssinn, Wertschätzung und Designverständnis. In einer Zeit, in der Einrichtung oft als Ausdruck von Identität verstanden wird, verdient dieses häufig übersehene Objekt endlich Aufmerksamkeit – sowohl aus funktionaler als auch aus gestalterischer Perspektive.

Warum der Eingangsbereich die schwierigste Zone des Hauses ist

Die Eingangshalle oder der Flur ist ein Raum voller Widersprüche. Sie muss einladend aussehen, obwohl sie in der Praxis oft der chaotischste Ort des Hauses ist. Nasses Schuhwerk, tropfende Schirme, Post und Taschen konkurrieren dort um Platz. Diese Zone ist eine Schnittstelle zwischen dem öffentlichen und dem privaten Leben – sie verlangt zugleich nach Robustheit und Repräsentation.

In diesem Spannungsfeld kommt dem Schirmständer eine erstaunlich wichtige Rolle zu. Er bietet eine einfache, saubere Lösung für das Problem der Feuchtigkeit und des spontanen Abstellens, während er gleichzeitig als visuelles Ankerobjekt dienen kann, das Ordnung signalisiert. Ein gut gewähltes Modell verhindert nicht nur, dass Wasser über den Boden rinnt, sondern erzeugt zudem eine subtile Hierarchie: Dinge, die geordnet abgelegt werden, statt verstreut zu liegen.

Psychologisch betrachtet wirkt dieser Punkt stärker, als man vermutet. Die Wahrnehmung des gesamten Hauses wird durch den ersten Eindruck im Eingangsbereich geprägt. Besucher und Bewohner schließen von dort auf den Rest der Räume – eine Beobachtung, die in verschiedenen Studien zur Raumwahrnehmung dokumentiert wurde. Der Schirmständer übernimmt so eine stille, aber bedeutende soziale Funktion, die weit über seine praktische Bestimmung hinausgeht.

Die Art und Weise, wie wir Gegenstände im Eingangsbereich organisieren, spiegelt nicht nur unsere Persönlichkeit wider, sondern beeinflusst auch, wie wir selbst unser Zuhause erleben. Ein klar definierter Ort für jeden Gegenstand – vom Schlüssel bis zum Regenschirm – schafft eine Atmosphäre der Kontrolle und reduziert das Gefühl von Chaos, das entsteht, wenn diese Dinge beliebig abgelegt werden.

Materialien, die Stil und Langlebigkeit verbinden

Schirmständer aus Kunststoff oder dünnem Blech mögen kurzfristig pragmatisch sein, verlieren aber nach wenigen Monaten an Struktur und Erscheinung. Hochwertige Materialien altern dagegen würdevoll – sie entwickeln Patina statt Verfall. Marmor bringt durch seine Maserung Bewegung in ruhige Räume und wirkt immer hochwertig. Schwer, stabil und natürlich wasserresistent, ideal für minimalistische oder klassische Interieurs.

Messing gehört zu den elegantesten Optionen. Je nach Finish kann es glänzend modern oder matt antik wirken. Messing reagiert auf Feuchtigkeit, daher ist eine Lackversiegelung empfehlenswert – oder man akzeptiert bewusst die Patina als Teil seines Charmes. Keramik zeigt sich vielseitig in Farbe und Form. Handgefertigte Keramikständer verbinden Kunsthandwerk mit Funktion und passen gut zu Interieurs im skandinavischen oder mediterranen Stil.

Holz mit Lackschicht wirkt warm im Ausdruck, aber nur geeignet, wenn die Lackierung eine wirksame Barriere gegen Wasser bildet. Besonders Esche oder Eiche wirken modern und wohnlich zugleich. Stahl mit Pulverbeschichtung präsentiert sich robust, schlicht, industriell – perfekt für minimalistische oder Loft-artige Wohnungen.

Diese Materialien sind nicht nur ästhetische Entscheidungen, sondern technische. Ein guter Schirmständer muss Wasser aufnehmen oder ableiten können, ohne Schaden zu nehmen. Modelle mit entnehmbarer Tropfschale oder integriertem Ablauf vermeiden die häufigste Ursache für Schäden am Bodenbelag: dauerhaft stehendes Wasser.

Die Materialwahl beeinflusst auch, wie das Objekt mit seiner Umgebung interagiert. Ein Messingständer reflektiert Licht anders als ein matter Keramikständer, was die Atmosphäre im Eingangsbereich subtil verändert. Die Haptik spielt ebenfalls eine Rolle: Kühles Metall vermittelt ein anderes Gefühl als warmes Holz oder glatte Keramik, wenn man täglich daran vorbeistreift oder den Schirm hineinstellt.

Historische Designklassiker und ihre zeitlose Relevanz

Die Geschichte des Schirmständer-Designs ist reicher, als man zunächst vermuten würde. Bereits im frühen 20. Jahrhundert erkannten bedeutende Designer und Architekten das Potenzial dieses scheinbar banalen Objekts. Das deutlich durch die Ästhetik des Jugendstils beeinflusste Modell wurde vom Architekten und Möbelbauer Otto Blümel 1908 für die Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk in München entworfen – ein Beispiel dafür, wie bereits damals funktionale Alltagsgegenstände mit künstlerischem Anspruch gestaltet wurden.

In den 1930er-Jahren setzte sich dieser Trend fort. Der berühmte finnische Designer und Architekt Alvar Aalto schuf den Schirmständer „115″ aus klar lackierter Birke mit Messingeinsatz, der bis heute als Inbegriff skandinavischer Designphilosophie gilt: Funktionalität, natürliche Materialien und organische Formen in perfekter Harmonie. Fast zeitgleich entstand das aus spiralförmigem Edelstahl gefertigte Modell „Usha“ aus dem Jahr 1932, designt von Eckart Muthesius – ein Stück, das die industrielle Ästhetik der Moderne repräsentiert.

Diese historischen Entwürfe zeigen, dass der Schirmständer schon lange als Gestaltungselement ernst genommen wurde, nicht bloß als notwendiges Übel. Sie beweisen auch die Langlebigkeit guten Designs: Viele dieser Modelle werden heute noch produziert oder dienen als Inspiration für zeitgenössische Interpretationen.

Visuelle Gewichtung im Raum: Wie ein Schirmständer den Eingangsbereich strukturiert

Das Auge sucht im Raum nach Haltepunkten. Der Eingangsbereich hat selten große Möbel – daher prägen kleinere Objekte umso stärker das Raumgefühl. Ein Schirmständer kann hier als optische Basis dienen, die Unruhe abfängt. Seine Standortwahl ist entscheidend: neben der Haustür, leicht erreichbar, aber nicht direkt im Laufweg, unter einer Bank oder Konsole, um Volumen zu balancieren, oder vor einem Spiegel, um visuelle Tiefe zu erzeugen.

Farblich lässt sich der Effekt gezielt steuern. Ein heller Schirmständer hebt sich von dunklen Böden ab und zieht das Auge nach unten, was Standfestigkeit vermittelt. Ein dunkles Modell auf hellem Fliesenboden wirkt dagegen grafisch und elegant. Die Wahl der Form beeinflusst ebenfalls die Wirkung. Zylindrische Modelle vermitteln Stabilität, eckige dagegen Modernität. Offene Gitterstände wirken leichter und lassen nasse Schirme besser trocknen, während geschlossene Varianten ruhiger und aufgeräumter erscheinen.

Die Platzierung eines Schirmständers ist eine Frage der räumlichen Logik, aber auch der Gewohnheitsbildung. Steht er zu weit von der Tür entfernt, wird er nicht genutzt; steht er im Weg, stört er den Bewegungsfluss. Die ideale Position berücksichtigt beides: Erreichbarkeit und visuelle Integration in den Raum. Oft ist es die leicht seitlich versetzte Platzierung, die am besten funktioniert – dort, wo der natürliche Schwung beim Eintreten endet.

Wenn Design und Alltag aufeinandertreffen

Viele Designer unterschätzen die extremen Anforderungen an ein Objekt, das täglich Tropfwasser, Metallspitzen und Temperaturschwankungen aushalten muss. Funktionen wie Belüftung, Feuchtigkeitsableitung und Rutschstabilität sind nicht bloß technische Details, sondern essenzielle Kriterien, damit das Objekt in der Realität funktioniert.

Ein Beispiel: In Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit entstehen bei geschlossenen Modellen leicht Schimmelsporen im Bodenbereich. Eine kleine Belüftungsöffnung oder ein gelochter Metallboden verhindert das. Umgekehrt sollte in Wohnungen mit Fußbodenheizung eine isolierende Unterlage verwendet werden, damit der Wärmefluss den Klebergummi oder die Beschichtung nicht über Jahre hinweg auflöst.

Solche mikropraktischen Entscheidungen unterscheiden einen guten Kauf von einem Objekt, das nach einem Jahr ersetzt werden muss. Die Realität des Alltags ist gnadenlos: Ein Schirmständer, der optisch perfekt ist, aber beim ersten Regentag umkippt oder dessen Boden nach drei Monaten verrostet, ist letztlich wertlos. Deshalb sollte die Funktionalität immer die Grundlage bilden, auf der ästhetische Überlegungen aufbauen.

Die Verbindung von Form und Funktion zeigt sich besonders deutlich bei der Frage der Stabilität. Ein schwerer Boden verhindert das Umkippen, aber nur, wenn der Schwerpunkt richtig verteilt ist. Ein hoher, schmaler Ständer mag elegant aussehen, wird aber zur Gefahr, wenn mehrere Schirme einseitig darin stecken. Diese Balance zu finden, ist die eigentliche Kunst des Schirmständer-Designs.

Die ästhetische Logik des Gegensatzes

Einer der interessantesten Ansätze besteht darin, den Schirmständer bewusst als Kontrapunkt einzusetzen, um Spannung in den Flur zu bringen. In einem ansonsten hellen, zurückhaltenden Eingangsbereich wirkt ein schwarzer Gussständer mit klarer geometrischer Form wie ein Anker. In einem klassisch eingerichteten Haus kann dagegen ein seltener Materialmix – etwa Beton mit Messingdetails – modern, aber wohnlich erscheinen.

Designer sprechen hier von visueller Gravitation: Ein Objekt zieht Aufmerksamkeit an, weil es eine andere Dichte oder Textur hat als seine Umgebung. Der Schirmständer eignet sich perfekt für diesen Effekt, da er selten in der direkten Blickachse steht, aber dennoch präsent bleibt.

Bei offenen Wohnkonzepten, in denen der Eingangsbereich in das Wohnzimmer übergeht, kann er zudem eine Zonengrenze markieren – ein kaum beachteter architektonischer Vorteil. Ohne physische Barrieren oder aufwendige Raumteiler zu benötigen, signalisiert der Schirmständer: Hier beginnt ein anderer Bereich. Diese subtile Abgrenzung funktioniert besonders gut, wenn das Objekt eine gewisse Präsenz hat, ohne dominant zu wirken.

Der Kontrasteffekt lässt sich auch über die Materialwahl erzeugen. Ein Schirmständer aus rauem Beton in einem ansonsten glatten, polierten Ambiente schafft taktile Spannung. Ein glänzendes Messingmodell in einer matten, zurückhaltenden Umgebung wird zum Lichtpunkt. Diese bewussten Brüche machen einen Raum interessanter, ohne ihn zu überladen.

Ordnung als höfliche Geste

Ein trocknender Schirm auf dem Fußboden ist nicht nur unpraktisch; er wirkt unbewusst nachlässig. Der Schirmständer ist damit Ausdruck einer Kultur der Rücksicht – auf den Raum, auf die Besucher und auf das Material des Hauses selbst. Die Wahrnehmung von Ordnung hängt oft stärker von Mikrodetails ab als von großen Möbeln. Ein geordneter Platz für kleine, unansehnliche Dinge wie nasse Schirme erzeugt ein Gefühl von Kontrolle und Gelassenheit.

Dieses kleine Detail kann sogar funktional antrainiertes Verhalten verändern: Wenn der Schirmständer ergonomisch steht – beispielsweise leicht seitlich zur Tür, in Griffhöhe für den Ellbogen – wird er häufiger benutzt. Das ist ein Beispiel für Design, das Disziplin erleichtert, statt sie zu erzwingen.

Die soziale Dimension ist nicht zu unterschätzen. Ein bereitgestellter Schirmständer signalisiert Gastfreundschaft: Der Besucher muss nicht fragen, wo er seinen nassen Schirm abstellen soll, und läuft nicht Gefahr, Wasserpfützen auf dem Boden zu hinterlassen. Diese vorausschauende Höflichkeit ist charakteristisch für durchdacht gestaltete Wohnräume.

Zudem vermittelt ein gepflegter Schirmständer Selbstachtung. Wer seinen eigenen Besitztümern – selbst den nassen, unansehnlichen – einen würdigen Platz gibt, demonstriert eine Form von Wertschätzung, die sich auf den gesamten Wohnraum überträgt. Es ist eine kleine Geste, die aber eine große symbolische Wirkung entfalten kann.

Nachhaltigkeit und bewusster Konsum

Der Trend zu kurzlebigen Dekorationsobjekten hat auch den Markt für Schirmständer erreicht – viele günstige Modelle bestehen aus dünnen Blechen oder minderwertigem Kunststoff. Doch die Alternative liegt näher: Wer in langlebige Materialien investiert, tut nicht nur etwas für sein ästhetisches Empfinden, sondern reduziert auch Abfall.

Ein massiver Schirmständer aus Stein oder Metall kann Jahrzehnte überdauern und sogar restauriert werden. Selbst kleine Kratzer oder Flecken gehören zu seiner Geschichte. In einer Welt, in der Design oft nur über Neuheit definiert wird, ist Dauer ein unterschätzter Wert. Immer mehr Hersteller arbeiten zudem mit recycelten Metallen oder wiederverwerteten Tonerden, was die ökologische Bilanz verbessert, ohne auf Qualität zu verzichten. Der Flur wird so zu einem Ort, an dem Nachhaltigkeit sichtbar wird – subtil, aber überzeugend.

Die Entscheidung für ein langlebiges Objekt hat auch wirtschaftliche Logik: Ein hochwertiger Schirmständer, der 200 Euro kostet, aber 30 Jahre hält, ist auf lange Sicht günstiger als fünf billige Modelle, die jeweils nach sechs Jahren ersetzt werden müssen. Hinzu kommt der ökologische Fußabdruck von Produktion, Transport und Entsorgung – Faktoren, die bei billigen Massenprodukten oft übersehen werden.

Die Patina, die edle Materialien im Laufe der Zeit entwickeln, ist ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit. Während Kunststoff vergilbt und spröde wird, gewinnen Messing, Kupfer oder unbehandeltes Holz an Charakter. Diese natürliche Alterung wird in traditionellen Kulturen geschätzt – sie zeigt, dass ein Objekt gelebt und genutzt wurde, nicht nur dekorativ herumsteht.

Funktionale Details, die oft übersehen werden

Ein wirklich überzeugender Schirmständer unterscheidet sich in kleinen, aber entscheidenden Punkten:

  • Hoher Schwerpunkt: So kippt der Ständer nicht, wenn mehrere Schirme auf einer Seite stehen.
  • Innenbeschichtung: Verhindert Rostbildung bei Metallmodellen.
  • Rutschfeste Basis: Besonders wichtig auf glatten Fliesen oder Parkett.
  • Abnehmbare Tropfschale: Erleichtert die Reinigung.
  • Belüftungsschlitze: Beugen Schimmelgeruch und Korrosion vor.

Diese Elemente erscheinen trivial, steigern jedoch den praktischen Nutzen enorm. Wer täglich in feuchtes Klima zurückkehrt oder Haustiere im Haushalt hat, weiß, wie wichtig jedes dieser Details sein kann.

Die Tropfschale verdient besondere Beachtung: Sie sollte nicht zu flach sein, sonst läuft sie bei mehreren nassen Schirmen über. Gleichzeitig muss sie leicht entnehmbar sein, damit sie regelmäßig geleert und gereinigt werden kann. Modelle mit fixierter Schale sammeln stehendes Wasser, das nach einigen Tagen unangenehm riecht und ideale Bedingungen für Bakterien bietet.

Die rutschfeste Basis ist gerade bei schweren Modellen wichtig. Ein zehn Kilogramm schwerer Marmorständer, der auf glattem Parkett steht und keinen Gummischutz hat, kann beim versehentlichen Anstoßen den Boden zerkratzen. Bei leichteren Modellen verhindert eine rutschfeste Unterlage, dass der Ständer beim Herausziehen eines Schirms mitrutscht – eine alltägliche Irritation, die sich leicht vermeiden lässt.

Die emotionale Dimension eines Alltagsobjekts

Warum sollte ein Schirmständer Emotionen wecken? Weil er eine Schnittstelle zwischen draußen und drinnen ist, zwischen Stress und Ruhe. Man legt dort etwas ab, das man im öffentlichen Raum getragen hat; ein kleiner, unbewusster Übergangsritus. Wenn dieser Vorgang von einem Objekt begleitet wird, das ästhetisch und taktisch angenehm ist – beispielsweise glatte Keramik oder kühles Messing, das beim Berühren eine gewisse Schwere vermittelt – verankert sich dieser Moment positiv. Das tägliche Nachhausekommen wird buchstäblich greifbar erlebbar. Genau diese Qualität unterscheidet ein gutes Produktdesign von bloßer Nützlichkeit.

Der Übergangsmoment zwischen außen und innen hat auch eine psychologische Funktion: Er markiert das Ende der Arbeitswelt und den Beginn des Privatlebens. Ein gut gestalteter Eingangsbereich, in dem jedes Element seinen Platz hat, unterstützt diesen mentalen Wechsel. Der Schirmständer ist Teil dieses Rituals – er signalisiert: Hier kannst du ablegen, was zur Außenwelt gehört.

Diese emotionale Komponente erklärt auch, warum manche Menschen starke Präferenzen für bestimmte Schirmständer-Designs entwickeln. Es geht nicht nur um die Optik, sondern um das Gefühl, das das Objekt vermittelt: Stabilität, Ordnung, Schönheit, Tradition oder Modernität. Diese Empfindungen mögen subtil sein, aber sie prägen die tägliche Erfahrung des Zuhauses.

Ein unterschätzter Beitrag zur Raumharmonie

Der Schirmständer beeinflusst indirekt viele andere Aspekte des Flurs: Er bestimmt, wo der Spiegel hängt, wie weit man Möbel von der Tür wegrückt, ob Lichtquellen Schatten werfen oder blenden. Oft bemerkt man erst, wenn er fehlt, dass die Balance des Raumes leidet. Er ist kein zentrales Möbelstück, aber er organisiert die Peripherie – und damit das, was sich ständig verändert: Bewegungen, Reinigungsroutinen, Tagesrhythmen. Vielleicht liegt genau darin seine Schönheit: ein Objekt, das im Hintergrund wirkt, aber den Eindruck des Ganzen formt.

Die Raumharmonie entsteht nicht durch einzelne Objekte, sondern durch ihr Zusammenspiel. Ein zu dominanter Schirmständer kann einen kleinen Flur erdrücken; ein zu filigranes Modell geht in einem großzügigen Eingangsbereich unter. Die richtige Proportion zu finden, ist Teil der gestalterischen Herausforderung.

Interessanterweise wirkt ein gut gewählter Schirmständer oft beruhigend, weil er Endgültigkeit signalisiert: Die nassen Schirme haben ihren Platz gefunden, sie müssen nicht mehr umhergetragen oder irgendwo abgestellt werden. Diese kleine Gewissheit reduziert unbewusst das Gefühl von Unordnung und Unvollständigkeit, das entsteht, wenn Dinge keinen festen Ort haben.

Kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung

Die Bedeutung eines Schirmständers variiert je nach kulturellem Kontext. In Japan beispielsweise, wo das Ausziehen der Schuhe beim Betreten des Hauses ritualisiert ist, gehört der Schirmständer zur selbstverständlichen Ausstattung des Eingangsbereichs – oft in Form schlanker, eleganter Keramik- oder Bambusmodelle. In mediterranen Ländern, wo Regen seltener ist, wird er oft vernachlässigt oder durch improvisierte Lösungen ersetzt.

In nordeuropäischen Ländern, wo nasskaltes Wetter häufig ist, hat der Schirmständer traditionell einen höheren Stellenwert. Die klassischen skandinavischen Designs – wie Aaltos Modell „115″ – vereinen Funktionalität mit zurückhaltender Eleganz und spiegeln die nordische Designphilosophie wider: Schönheit durch Einfachheit und Zweckmäßigkeit. Diese kulturellen Unterschiede zeigen, dass ein scheinbar universelles Objekt durchaus verschiedene Bedeutungsebenen haben kann. Was in einer Kultur als selbstverständliches Ausstattungsdetail gilt, ist in einer anderen ein optionaler Luxus oder ein Zeichen besonderer Sorgfalt.

Die Zukunft des Schirmständer-Designs

Mit der zunehmenden Digitalisierung und Smart-Home-Technologie stellt sich die Frage, ob auch der Schirmständer intelligent werden wird. Erste Prototypen mit integrierten UV-Lampen zur Desinfektion oder Trocknungsgebläsen für schnelleres Trocknen existieren bereits. Doch fraglich bleibt, ob diese technischen Erweiterungen wirklich einen Mehrwert bieten oder ob sie das zeitlose Prinzip eines simplen, robusten Objekts unnötig verkomplizieren.

Wahrscheinlicher ist, dass die Zukunft des Schirmständer-Designs in der Rückbesinnung auf Materialqualität, Handwerkskunst und zeitlose Formen liegt. In einer Welt voller schnelllebiger Trends und geplanter Obsoleszenz gewinnen Objekte an Wert, die Jahrzehnte überdauern und dabei ihre Schönheit behalten oder sogar steigern. Die jüngere Generation von Designern entdeckt zunehmend das Potenzial alltäglicher Objekte neu. Kollaborationen zwischen traditionellen Handwerksbetrieben und zeitgenössischen Designstudios bringen Schirmständer hervor, die alte Fertigungstechniken mit modernen Formen verbinden.

Praktische Überlegungen beim Kauf

Wer einen Schirmständer anschaffen möchte, sollte zunächst die räumlichen Gegebenheiten analysieren: Wie groß ist der Eingangsbereich? Wie viele Personen leben im Haushalt? Wie häufig regnet es in der Region? Diese Fragen bestimmen die ideale Größe und Kapazität. Ein Single-Haushalt kommt mit einem schmalen Modell für drei bis vier Schirme aus. Eine Familie mit Kindern benötigt mehr Kapazität und sollte auf Stabilität achten, damit der Ständer beim ungestümen Hineinstopfen von Schirmen nicht umkippt.

Das Budget spielt natürlich eine Rolle, doch wie bereits erwähnt, lohnt sich die Investition in Qualität. Ein Schirmständer im mittleren bis oberen Preissegment – ab etwa 100 Euro – bietet in der Regel deutlich bessere Materialien, Verarbeitung und Langlebigkeit als Billigprodukte. Der Preisunterschied amortisiert sich über die Jahre. Der Schirmständer sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil des Gesamtkonzepts im Eingangsbereich. Er sollte zu den anderen Elementen passen – sei es der Schuhschrank, die Garderobe oder der Boden.

Ein Schirmständer aus sorgfältig gewähltem Material verwandelt eine oft übersehene Ecke in ein schlüssiges Ensemble aus Funktion und Stil. Seine Präsenz sorgt für Ordnung, schützt den Boden und dient als stiller Bote des persönlichen Geschmacks. Die historischen Beispiele – von Otto Blümels Jugendstil-Kreation über Alvar Aaltos skandinavischen Klassiker bis zu Eckart Muthesius‘ industriellem Entwurf – zeigen, dass der Schirmständer seit über einem Jahrhundert als Gestaltungselement ernst genommen wird. Wer den Eingangsbereich als Bühne für alltägliche Gesten versteht, erkennt im Schirmständer keinen Nebendarsteller, sondern ein Objekt, das Würde, Ordnung und ästhetisches Bewusstsein vermittelt.

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