Warum kluge Gartenbesitzer ihre graue Holzbank nicht wegwerfen: Dieser Trick macht aus Schrott ein edles Unikat mit Charakter

Zwischen Beeten, Lavendelsträuchern und Pflastersteinen steht oft ein Objekt, das einst zum Verweilen einlud, heute aber grau, rissig und spröde wirkt: die Holz-Gartenbank. Sonne, Regen und Frost haben ihre Oberfläche gezeichnet, und woran früher der Blick hängen blieb, schweift heute achtlos vorbei. Diese Veränderung ist kein Zufall, sondern das sichtbare Ergebnis komplexer physikalischer und chemischer Prozesse, die sich über Monate und Jahre vollziehen.

Die meisten Gartenbesitzer stehen irgendwann vor der Entscheidung: Entsorgen oder aufwerten? Die Entsorgung erscheint zunächst als der einfachere Weg. Eine neue Bank ist schnell bestellt, die alte wird zum Sperrmüll gegeben oder im günstigsten Fall zu Brennholz verarbeitet. Doch diese verwitterte Struktur trägt in sich mehr als nur die Spuren der Zeit. Sie birgt ein Potential, das weit über die reine Funktionalität hinausgeht und mit etwas handwerklicher Finesse zu einem zentralen Designelement werden kann, das Funktion, Nachhaltigkeit und Stil vereint.

Die Frage ist nicht, ob das Holz noch zu retten ist. Die Frage ist, ob wir bereit sind, Veränderung als Teil der Materialgeschichte zu akzeptieren – und sie gezielt zu nutzen. Denn was auf den ersten Blick wie Verfall aussieht, kann bei näherem Hinsehen der Ausgangspunkt für etwas völlig Neues sein.

Die unsichtbaren Kräfte: Was mit Holz im Freien wirklich geschieht

Holz im Außenbereich ist permanenten Belastungen ausgesetzt. Diese Belastungen sind nicht nur mechanischer Natur, sondern vor allem klimatisch bedingt. Tag für Tag wirken Temperaturunterschiede, Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung auf die Oberfläche ein. Was dabei geschieht, lässt sich nicht mit dem bloßen Auge erfassen – zumindest nicht sofort.

Die sichtbare Vergrauung, die viele als erstes Alterszeichen wahrnehmen, ist das Ergebnis eines photochemischen Abbauprozesses. Ultraviolette Strahlung dringt in die obersten Schichten des Holzes ein und zersetzt dort die Ligninkomponenten, jene Substanzen, die dem Holz seine Festigkeit und Farbe verleihen. Zurück bleibt eine silbergraue Patina, die an unbehandeltes Treibholz erinnert – rau, unregelmäßig, aber keineswegs leblos.

Parallel dazu verändert sich die Feuchtigkeitsbilanz des Materials. Holz ist hygroskopisch, das heißt, es nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und gibt sie wieder ab. Dieser permanente Wechsel führt zu Dimensionsveränderungen: Das Holz quillt bei Nässe und schwindet bei Trockenheit. Die Folge sind Mikrorisse, die sich entlang der Faserrichtung bilden und im Laufe der Zeit deutlich sichtbar werden.

Diese Risse sind nicht per se problematisch. Sie sind vielmehr Ausdruck eines natürlichen, reversiblen Vorgangs, solange das Holz strukturell intakt bleibt. Kritisch wird es erst, wenn Feuchtigkeit dauerhaft im Material verbleibt und nicht mehr entweichen kann. Dann entstehen ideale Bedingungen für holzzerstörende Pilze, die die Zellstruktur angreifen und die Tragfähigkeit des Materials reduzieren. An diesem Punkt wird aus einer harmlosen Patina ein ernsthaftes Stabilitätsproblem.

Doch genau hier liegt auch die Chance: Wer den Unterschied zwischen Patina und Verfall erkennt, kann gezielt eingreifen – nicht, um das Holz wieder „wie neu“ zu machen, sondern um seine gewachsene Struktur zu erhalten und ästhetisch zu nutzen.

Der erste Blick entscheidet: Schadensanalyse mit System

Bevor irgendein Werkzeug das Holz berührt, muss es untersucht werden. Diese Untersuchung ist keine oberflächliche Inspektion, sondern eine systematische Bestandsaufnahme, die darüber entscheidet, welche Maßnahmen sinnvoll sind – und welche nicht.

Drei Parameter geben verlässlich Auskunft über den Zustand: Zunächst die Dichte und Elastizität. Eine stabile Holzbank klingt bei leichtem Klopfen hohl und gleichmäßig. Dumpfe oder weiche Stellen hingegen deuten auf Fäulnis hin, auf Bereiche, in denen die Zellstruktur bereits nachgegeben hat. Solche Zonen lassen sich oft auch durch leichten Druck mit dem Daumen identifizieren: Gibt das Holz nach, ist es innerlich bereits angegriffen.

Der zweite Parameter betrifft die optische Beschaffenheit: Farbe und Faserausrichtung. Dunkle, ungleichmäßige Stellen sind Hinweise auf eindringende Feuchtigkeit, während aufgesprungene Fasern auf starke Spannungen im Material hinweisen. Besonders kritisch sind Bereiche, in denen sich die Fasern nicht mehr parallel zur Oberfläche ausrichten, sondern aufstellen – ein Zeichen dafür, dass die Bindung zwischen den Zellen geschwächt ist.

Der dritte und entscheidende Parameter ist die Holzfeuchtigkeit. Laut gängigen Empfehlungen von Holzschutzexperten und Herstellern von Pflegeprodukten sollte die Feuchtigkeit für eine erfolgreiche Bearbeitung unter 15 Prozent liegen. Mit einem einfachen Holzfeuchtemessgerät, das im Baumarkt für unter 20 Euro erhältlich ist, lässt sich dieser Wert zuverlässig bestimmen. Liegt die Feuchtigkeit darüber, muss das Holz zunächst trocknen – jede vorzeitige Behandlung wäre vergebliche Mühe.

Diese Analyse mag technisch klingen, doch sie ist die Grundlage jeder erfolgreichen Aufwertung. Wer sie überspringt, arbeitet im Blindflug – und riskiert, dass die Bank nach wenigen Monaten wieder im selben Zustand ist wie zuvor.

Reinigung ohne Gewalt: Der schonende Weg zur reinen Oberfläche

Nach der Bestandsaufnahme folgt die Reinigung. Dieser Schritt wird häufig unterschätzt, dabei entscheidet er maßgeblich darüber, wie gut alle nachfolgenden Behandlungen haften und wirken. Eine verschmutzte oder mit Algen überzogene Oberfläche nimmt weder Öl noch Lasur gleichmäßig auf.

Die Versuchung, zum Hochdruckreiniger zu greifen, ist groß. Schließlich entfernt der gebündelte Wasserstrahl mühelos Schmutz, Moos und lose Fasern. Doch genau darin liegt das Problem: Hochdruckreiniger arbeiten mit einem Druck, der die Holzfasern nicht nur reinigt, sondern regelrecht zerstört. Fachleute aus der Möbelpflege und -restaurierung warnen regelmäßig davor, dass der Wasserdruck tief in die Faserstruktur eindringt, während Schmutz und Pilzsporen noch tiefer ins Material gedrückt werden. Das Ergebnis ist eine aufgeraute, geschwächte Oberfläche, die anfälliger für Feuchtigkeit ist als zuvor.

Besser ist eine Kombination aus weicher Bürste, warmem Wasser und einem Spritzer Schmierseife. Diese mechanische Reinigung ist zwar arbeitsintensiver, schont aber die Faserstruktur. Bei hartnäckigen Belägen – etwa durch Algen oder Flechten – empfiehlt sich laut Ratgebern im Bereich der Holzpflege eine Lösung aus Essig und Wasser im Verhältnis 1:1. Die leicht saure Lösung löst organische Ablagerungen, ohne die Holzstruktur anzugreifen oder chemische Rückstände zu hinterlassen.

Nach der Reinigung muss das Holz gründlich – mindestens 24 Stunden, besser noch 48 Stunden – trocknen. Erst dann kann es geschliffen oder behandelt werden. Jeder Arbeitsschritt auf feuchtem Holz ist vergebliche Mühe, denn Öle und Lasuren dringen nur in trockenes Material ein. Wer diesen Punkt ignoriert, spart Zeit an der falschen Stelle.

Schleifen als Gestaltung: Wie viel Patina darf bleiben?

Sobald das Holz trocken ist, beginnt der eigentliche Gestaltungsprozess. Und hier offenbart sich eine grundlegende Entscheidung, die weit über Technik hinausgeht: Wie viel Geschichte soll sichtbar bleiben?

Ein häufiger Fehler ist das vollständige Abschleifen der Patina bis zum rohen, unverwitterten Holz. Technisch ist das möglich, doch ästhetisch geht dabei etwas Wesentliches verloren. Die gewachsene Struktur, die Spuren der Zeit, die dem Holz Charakter verleihen – all das verschwindet unter der Schleifmaschine. Zurück bleibt eine Oberfläche, die aussieht wie frisch aus dem Baumarkt, aber keinerlei Bezug mehr zu ihrer eigenen Geschichte hat. Zudem wird diese neue, ungeschützte Oberfläche sofort wieder empfindlich gegen UV-Strahlung und muss intensiv nachbehandelt werden.

Die Alternative ist das partielle Anschleifen. Experten für Holzrestaurierung und -pflege empfehlen in zahlreichen Fachartikeln die Verwendung von Schleifpapier der Körnung 120 bis 180. Ziel ist es nicht, die Patina vollständig zu entfernen, sondern lose Fasern und abgeplatzte Altanstriche zu beseitigen, dabei aber die gewachsene Struktur zu erhalten. Das Ergebnis ist eine Oberfläche, die glatt genug ist, um nachfolgende Behandlungen aufzunehmen, aber rau genug, um authentisch zu wirken.

Ein überzeugendes Ergebnis entsteht, wenn sichtbare Spuren des Alters – kleine Risse, Farbunterschiede, unregelmäßige Vergrauungen – bewusst integriert bleiben. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern Teil eines ästhetischen Verständnisses von Authentizität. Holz, das seine Geschichte zeigt, ohne dabei zerstört zu wirken, besitzt eine Präsenz, die kein neues Möbelstück erreichen kann.

Diese Balance zu finden, erfordert Fingerspitzengefühl. Wer zu vorsichtig schleift, entfernt zu wenig Material; wer zu aggressiv vorgeht, zerstört die Patina. Der richtige Moment liegt genau dazwischen – und lässt sich nur durch Ausprobieren finden.

Farbe als Schutz und Ausdruck: Die Chemie trifft auf Ästhetik

Nach dem Schleifen folgt die Behandlung der Oberfläche. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn die Wahl des richtigen Produkts entscheidet darüber, wie lange die Aufwertung hält – und wie gut sie aussieht.

Für den Außenbereich sind Lasuren und Öle auf Naturharz- oder Leinölbasis ideal. Laut Herstellern von Holzschutzmitteln und Fachleuten aus dem Bereich der Gartenmöbelpflege dringen diese tief ins Holz ein, ohne einen oberflächlichen Film zu bilden, der später abblättern könnte. Anders als Lacke, die eine geschlossene Schicht auf der Oberfläche erzeugen, arbeiten Öle und Lasuren imprägnierend: Sie füllen die Poren, verdrängen Feuchtigkeit und schützen das Material von innen heraus.

Gleichzeitig betonen sie die Maserung und verleihen dem Holz einen satten, natürlichen Glanz. Holzöle mit UV-Blockern verhindern das erneute Vergrauen, indem sie die schädliche Strahlung absorbieren, bevor sie die Ligninschicht erreicht. Diese Produkte sind mittlerweile weit verbreitet und in verschiedenen Farbtönen erhältlich – von transparenten Varianten, die die natürliche Holzfarbe bewahren, bis hin zu pigmentierten Ölen, die dem Material eine neue Farbigkeit verleihen.

Für mutige Gestalter eröffnet sich hier eine kreative Dimension: die Kombination kontrastierender Flächenfarben. Zum Beispiel ein warmes Nussbraun für Sitzflächen und ein neutraler Grau- oder Grünton für Lehne und Armlehnen. Diese Farbkombination verleiht dem Objekt grafische Präsenz, ohne künstlich zu wirken. Wichtig ist, dass die gewählten Töne nicht willkürlich sind, sondern sich entweder an der Umgebung orientieren oder bewusste Kontraste setzen.

Die Anwendung erfolgt in mehreren Schichten. Laut Anleitungen von Herstellern und Holzpflegeexperten sollte die erste Schicht dünn aufgetragen und vollständig eingezogen werden, bevor die zweite folgt. Zwischen den Schichten liegt idealerweise eine Trocknungszeit von 12 bis 24 Stunden, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Wer diese Zwischentrocknung überspringt, riskiert, dass sich die Schichten nicht verbinden und später ungleichmäßig aushärten.

Die stille Versicherung: Schutzschichten für die Langlebigkeit

Nach zwei Ölschichten empfiehlt sich eine Endbehandlung mit Hartwachsöl oder einem hydrophoben Holzschutzfinish. Solche Produkte, wie sie von spezialisierten Anbietern im Bereich der Möbelpflege entwickelt wurden, bilden keine undurchlässige Lackschicht, sondern mikroskopische Schutzbarrieren, die Feuchtigkeit abweisen, aber das Holz weiterhin „atmen“ lassen.

Diese Atmungsaktivität ist entscheidend. Holz ist ein biologisches Material, das auf Umweltveränderungen reagiert. Wird es vollständig versiegelt, kann es nicht mehr auf Feuchtigkeitsschwankungen reagieren – und reißt unter Spannung auf. Eine atmungsaktive Schutzschicht hingegen lässt das Material arbeiten, verhindert aber das Eindringen von Wasser und Schmutz.

So bleibt die Oberfläche pflegeleicht und lässt sich bei Bedarf partiell ausbessern – ein enormer Vorteil gegenüber deckenden Lacken, die großflächig neu aufgetragen werden müssten. Wer eine kleine Stelle nachölen muss, kann dies tun, ohne die gesamte Bank abschleifen zu müssen. Diese Reparaturfähigkeit ist nicht nur praktisch, sondern auch ökonomisch und ökologisch sinnvoll.

Vom Objekt zum Element: Integration in den Gartenraum

Eine restaurierte Bank ist noch kein Designelement. Erst durch bewusste Integration in den Gartenraum entsteht das visuelle Gleichgewicht zwischen Natur und Objekt. Die folgenden Überlegungen gehen über einfache Pflege hinaus und zielen auf die gestalterische Präsenz.

Die Standortwahl ist dabei von zentraler Bedeutung. Eine Bank im Schatten alter Bäume wirkt klassisch-romantisch, fast literarisch. Sie lädt zum Verweilen ein, zum Lesen, zum stillen Beobachten. Wer jedoch Licht und Struktur sucht, platziert sie als Akzentpunkt auf einer freien Fläche, idealerweise leicht erhöht oder flankiert von Ziergräsern. Hier wird die Bank zum skulpturalen Element, das Blicke einfängt und den Raum strukturiert.

Ebenso wichtig sind Materialdialoge. Kombinationen mit Naturstein, Metall oder Beton schaffen Kontrast und Tiefe. Eine Holzbank neben einer Cortenstahlwand oder einem Pflasterkreis gewinnt deutlich an Ausdruck. Die raue, organische Textur des Holzes tritt in Dialog mit der glatten, industriellen Oberfläche des Metalls – ein Spannungsverhältnis, das beide Materialien aufwertet.

Textile Elemente bringen Komfort und Farbe. Kissen aus wetterfestem Canvas oder recycelten Outdoorstoffen machen die Bank nicht nur bequemer, sondern verleihen ihr auch eine zusätzliche ästhetische Dimension. Erdige Töne harmonieren mit Holz; kräftige Farben setzen temporäre Akzente, die bei Saisonwechsel leicht auszutauschen sind. Diese Flexibilität erlaubt es, die Stimmung des Gartenraums je nach Jahreszeit oder Anlass anzupassen.

Lichtakzente verwandeln die Bank schließlich von einem Tagesobjekt in ein nächtliches Gestaltungselement. Eine unauffällige Solarleuchte hinter der Lehne oder ein seitlicher Bodenstrahler lässt die Bank abends als skulpturales Element hervortreten. Das Licht betont die Maserung, wirft Schatten und schafft eine Atmosphäre, die weit über die reine Funktionalität hinausgeht.

Was alle diese Maßnahmen verbindet, ist die Idee des „aktiv kuratierten Gartens“ – ein Raum, in dem Materialien altern dürfen, aber durch gezielte Eingriffe in ihrer Schönheit gehalten werden.

Nachhaltigkeit als gestalterische Haltung

Eine alte Holzbank wieder nutzbar zu machen, ist weit mehr als ein ästhetisches Projekt. Sie steht sinnbildlich für kreislauforientiertes Design – den bewussten Verzicht auf Wegwerfmentalität zugunsten von Langlebigkeit. Kaum ein Möbel zeigt dies deutlicher, denn Holz ist ein CO₂-Speicher, der mit jeder Verlängerung seiner Nutzungsdauer aktiv zum Klimaschutz beiträgt.

Die Aufwertung gebrauchter Gartenmöbel hat mehrere ökologische Vorteile:

  • Zunächst die reduzierte CO₂-Bilanz. Keine energieintensive Produktion oder weite Transportwege sind nötig. Das Material ist bereits vorhanden, die Energie wurde bereits investiert. Jede weitere Nutzung ist gewissermaßen „kostenlos“ aus ökologischer Sicht.
  • Hinzu kommt die Vermeidung von Abfällen. Holzreste, Beschläge und Schrauben bleiben im Materialkreislauf. Was nicht mehr verwendet werden kann, lässt sich kompostieren oder thermisch verwerten – ohne Sondermüll zu produzieren.
  • Schließlich die nachhaltige Pflege selbst: Naturharzlasuren und Öle, wie sie von Anbietern im Bereich der ökologischen Holzpflege angeboten werden, lassen sich umweltgerecht nachpflegen, ohne Mikroplastik freizusetzen oder Gewässer zu belasten. Im Gegensatz zu synthetischen Lacken, die bei der Verwitterung problematische Stoffe abgeben können, sind diese Produkte biologisch abbaubar.

Dieser Zusammenhang ist nicht trivial – er verändert die Perspektive auf jedes Möbelstück im Außenbereich. Pflege wird zu einer Form der Gestaltungsethik, nicht nur der Instandhaltung. Wer ein Möbelstück erhält, leistet einen Beitrag zur Ressourcenschonung – und schafft gleichzeitig etwas Individuelles, das sich von der industriellen Massenware abhebt.

Technische Details, die Langlebigkeit sichern

Viele Restaurationsprojekte scheitern nicht an mangelnder Ästhetik, sondern an fehlender Bautechnik. Wer eine Gartenbank aufwertet, sollte einige physikalisch einfache, aber entscheidende Prinzipien beachten.

Zunächst die Kontaktvermeidung mit feuchtem Boden. Metall- oder Gummifüße an den Bankbeinen verhindern das Aufsteigen von Bodenfeuchtigkeit. Holz, das direkt auf Erde, Rasen oder Pflaster steht, zieht kontinuierlich Feuchtigkeit – selbst wenn die Oberfläche behandelt ist. Ein Abstand von wenigen Zentimetern genügt, um diesen Effekt zu unterbinden.

Ebenso wichtig sind Schrauben und Beschläge. Laut Empfehlungen aus dem Holzbau und von Herstellern im Bereich der Gartenmöbel sollten immer rostfreie Edelstahlschrauben der Klasse A2 oder A4 verwendet werden. Selbst kleinste Roststellen können Feuchtigkeit ins Holz ziehen und von dort aus Fäulnisprozesse starten. Alte, verrostete Schrauben sollten daher im Zuge der Restaurierung ausgetauscht werden.

Ein weiterer Punkt ist der Wasserabfluss. Sitzflächen sollten eine minimale Neigung von 2 bis 3 Grad haben, damit Regenwasser abläuft und sich nicht in Mulden oder zwischen den Latten sammelt. Stehendes Wasser ist der Hauptfeind jeder Holzkonstruktion im Freien.

Schließlich die Belüftung: Zwischen Holzlatten sollte ein Spalt von 5 bis 7 Millimetern bleiben, um Luftzirkulation zu ermöglichen. Diese Fugen sind nicht nur optisch sinnvoll, sondern das wichtigste Mittel gegen Schimmelbildung. Holz, das nach Regen schnell trocknet, bleibt länger intakt als Holz, das dauerhaft feucht bleibt.

Diese einfachen Konstruktionsprinzipien stammen aus der Holzbaupraxis und verlängern die Lebensdauer einer Bank um viele Jahre – ganz ohne chemische Exzesse.

Die Rolle der Farbe im Außenraum: Emotion und Wahrnehmung

Das Auge reagiert auf Farbe nicht nur emotional, sondern auch in messbarer physiologischer Weise. Warme Töne wirken näher, ziehen den Blick an und schaffen eine einladende Atmosphäre. Kühle Töne hingegen erzeugen Distanz, lassen Objekte zurücktreten und fügen sich dezent in die Umgebung ein. Wer eine Bank farblich neu interpretiert, kann also gezielt Raumwahrnehmung steuern.

Eine dunkle, ölgeschützte Oberfläche verschmilzt mit der Umgebung, während helle oder pastellige Töne einen bewussten Kontrast zur Vegetation erzeugen. Besonders interessant ist der Ansatz, die natürliche Vergrauung nicht zu bekämpfen, sondern als Grundlage zu verwenden: Ein transparenter, leicht pigmentierter Holzschutz mit Grautonnuancen betont diese Patina und integriert sie gestalterisch. Das Ergebnis ist eine Bank, die modern wirkt, ohne ihre Geschichte zu leugnen.

Diese farbliche Zurückhaltung erfordert Mut, denn sie steht im Widerspruch zur gängigen Praxis, Holz möglichst frisch und „neu“ aussehen zu lassen. Doch genau in dieser Zurückhaltung liegt ein ästhetischer Gewinn: Die Bank wird zum stillen Begleiter, nicht zum lauten Statement.

Erweiterte Nutzung: Von der Sitzgelegenheit zum Multifunktionsobjekt

Mit minimalem Aufwand kann eine Gartenbank mehr leisten als bloß Sitzfläche sein. Ein schmaler Pflanzkasten an der Rückenlehne schafft visuelle Verbindung zum Beet und verwandelt die Bank in ein lebendiges, sich veränderndes Objekt. Kräuter, Gräser oder kleinwüchsige Stauden verleihen der Bank eine zusätzliche Dimension – sie wird Teil der Vegetation, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.

Eine ausklappbare Ablagefläche zwischen den Armlehnen verwandelt sie in eine Mini-Lounge für Tee oder Wein. Solche funktionalen Erweiterungen sind einfach zu realisieren und erhöhen den Nutzwert erheblich. Sie zeigen, wie sich traditionelle Möbelstrukturen mit modernen Nutzungsanforderungen verbinden lassen – ohne Stilbruch, sondern als logische Weiterentwicklung.

Wer technikaffin ist, kann eine integrierte Solarzelle im oberen Bereich der Lehne anbringen und darunter eine USB-Ladebuchse für Gartenbeleuchtung oder Handys installieren. Diese Verbindung von traditionellem Handwerk und zeitgemäßer Technik mag auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken, ist aber in der Praxis äußerst praktisch – und ein Beispiel dafür, wie historische Formen neue Funktionen aufnehmen können.

Wartung mit System: Der Zyklus der Pflege

Ein restauriertes Objekt bleibt nur dann schön, wenn die Pflege als Teil des Jahreszyklus begriffen wird. Holz lebt mit den Jahreszeiten, und genau darin liegt seine Qualität. Eine einfache, systematische Pflege verhindert, dass der Aufwand von Neuem beginnt.

Im Frühjahr steht die gründliche Reinigung an. Nach dem Winter haben sich oft Schmutz, Blütenreste und Ablagerungen angesammelt. Eine Holzkontrolle auf kleine Risse ist jetzt sinnvoll, ebenso eine erste Ölnachbehandlung, falls die Oberfläche matt oder trocken wirkt. Laut Pflegehinweisen von Herstellern im Bereich der Holzpflege reicht oft schon eine dünne Schicht, um den Schutz zu erneuern.

Im Sommer folgt die Sichtprüfung nach Hitzewellen. UV-Belastung und hohe Temperaturen können Oberflächen spröde machen. Wer jetzt rechtzeitig nachölt, verhindert tiefere Schäden. Im Herbst werden Laub und Schmutz entfernt, die Schraubenverbindungen überprüft. Feuchtigkeit und Temperaturwechsel können dazu führen, dass sich Verbindungen lockern – ein Problem, das sich mit wenigen Handgriffen beheben lässt.

Im Winter sollte die Bank abgedeckt, aber nicht luftdicht gelagert werden. Staunässe ist zu vermeiden, doch vollständige Versiegelung unter Plastikplanen führt zu Kondensation und damit zu Schimmelbildung. Besser sind atmungsaktive Schutzhül

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